Schafzuchtverband Berlin-Brandenburg e.V.

Schafe ziehen zum Schloss Bellevue

Datum: Montag, 2. September 2019, 17:11 Uhr | Kategorie: Aktuell | Kommentar: Keine Kommentare

Einen Bericht des rbb vom „Schafstag“ finden Sie hier

Schafstag – 15. September 2019

Start:                           14.00 Uhr Haus der Kulturen der Welt
Kundgebung:            15.30 Uhr am Hansaplatz
Schluss:                     18.00 Uhr Haus der Kulturen der Welt

Erhalt der Hirtenkultur
Erhalt der Artenvielfalt
Erhalt der Welt

Im Rahmen der Arbeit Nachbarn auf Zeit

Die Demonstration „Schafstag “ thematisiert die prekäre Situation der Wanderschäfer, die fatale Situation in unseren Städten, wo dem Auto mehr Platz gegeben wird als dem Mensch, geschweige denn dem Tier aber auch das Zusammenkommen und -leben von Tier und Mensch. Bei dieser Demonstration schließen sich die Menschen den Tieren an, nicht andersrum. Es geht um Artenvielfalt und schlussendlich um nichts weniger als den Erhalt der Welt.

Das Schaf ist eines der ältesten Haustiere des Menschen. Das Tier diente als Leder-, Milch-und Fleischlieferant. Später wurde auch sein Fell genutzt und zu Kleidung, Zelten oder Haushaltsgeweben verarbeitet.

Inzwischen wird das Schaf in Deutschland zur Landschaftspflege genutzt, es wird auf Äckern und Deichen eingesetzt. Dort wo Schafe weiden gibt es eine große Artenvielfalt. Heute wie damals produziert das Tier Wolle, sodass es einmal im Jahr geschoren werden muss. Früher war eine Schur viel Geld Wert und war ein großer Einkommensanteil der Schäfer. Das hat sich inzwischen drastisch verändert. Die heimische Wolle ist für die Anforderungen der Textilindustrie nicht fein genug. Die Kleidung, die wir hier in den Geschäften kaufen können, besteht aus neuseeländischer, australischer und südamerikanischer Schafswolle, welche in China aufbereitet und gesponnen wird. Das Ergebnis ist ein sinkender Wollkilopreis in Deutschland.

Eine Schur Wolle wiegt ca. 4-5 kg. Die Schurkosten pro Tier liegen bei etwa 3-4 €. Aber auf dem Markt liegt der Wollerlass pro Kilo bei ca. 20 Cent. Das heißt im Umkehrschluss, dass der Schäfer keinen Gewinn mehr durch die Wolle erzielt, sondern diese zum Kostenfaktor wird. Hinzu kommt, dass die Wolle, wenn sie entsorgt wird, als Sondermüll gilt und ihre Entsorgung weitere Kosten bedeutet. Aber Rohwolle dämmt, ist in der Akustik einsetzbar, filtert Schadstoffe, das Fell der Schafe dient als Transporteur für viele seltene Samen und dient schlussendlich der Artenvielfalt, da die Schafe als Transportmittel für Kleinsttiere dienen.

Die Rohwolle hat aber noch viel mehr Nutzen; das Lanolin wurde früher in der Kosmetikindustrie als Grundbasis für Kosmetika benutzt. Heute sind es synthetische Stoffe wie Nanopartikel von Plastik, die zum Schluss der Verbraucherkette im Meer landen und dort großen Schaden anrichten.

Die Demonstration „Schafstag“ startet am Haus der Kulturen der Welt und führt durch den Tiergarten zum Bellevue zum Stern. Von dort über den Hansaplatz zur Akademie der Künste und dann zurück zum Haus der Kulturen der Welt.

Schafstag ist ein Weckruf, es geht darum, ein anderes Stadtbild zu produzieren, SUVs waren gestern heute sind Schafe die Statussymbole – ein Spaziergang mit Schafen durch die Stadt.

Die Schafe werden am Haus der Kulturen der Welt ausgeladen und dürfen die Wiesen im Tiergarten, die vom Grünflächenamt Mitte zur Verfügung gestellt werden, abweiden.

Route:

Vom Haus der Kulturen der Welt verläuft die Route über Kastanienallee und Bellevueallee zum Bellevue. Dort muss die Straße gekreuzt werden; dann weiter zum großen Stern und dann auf der Altonaer Straße entlang auf einer Straßenseite zum Hansaplatz.
Vor der Hansabibliothek befindet sich der Versammlungsort.
Vom Hansaplatz geht es dann über eine weitere Grünfläche des SGA zwischen Niemeyer Haus und ADK Richtung Spreeweg. Auch hier muss die Straße überquert werden.
Entlang des Spreewegs (Radweg) geht es weiter zum Bellevue und zurück über Bellevueallee und Kastanienallee zum Haus der Kulturen der Welt.

Verfasse einen Kommentar





Bitte beachten: Die Kommentar-Moderation ist aktiviert, daher kann sich Ihr Kommentar verzögern bis dieses veröffentlicht wurde. Es besteht keine Notwendigkeit Ihr Kommentar erneut zu senden.