Schäfereien und Hirten als unverzichtbare Partner für Natur, Klima- und Landschaftsschutz

Im Rahmen des internationalen Hirtenjahres 2026 beteiligt sich der Schafzuchtverband Berlin-Brandenburg mit einer Reihe von öffentlichen Beweidungstagen und Fachveranstaltungen an der bundesweiten Aufmerksamkeit für die Arbeit von Hirten, Schäferinnen und Schäfern. Die Veranstaltungen machen deutlich, welche zentrale Rolle die Weidewirtschaft für den Natur- und Artenschutz, den Erhalt unserer Kulturlandschaften sowie den vorbeugenden Klima- und Brandschutz in Deutschland spielt.

Schäfereien gehören seit Jahrhunderten zu den prägenden Elementen der Kulturlandschaft in Brandenburg und Berlin. Durch die extensive Beweidung erhalten Schafe und Ziegen wertvolle Offenlandschaften, schützen Deiche, fördern die Artenvielfalt und leisten einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Landnutzung. Gerade im Hirtenjahr 2026 soll die gesellschaftliche Bedeutung der Wanderschäferei und der Weidetierhaltung stärker in das öffentliche Bewusstsein gerückt werden.

„Hirten und Schäfereien leisten täglich einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft – oft unbemerkt, aber unverzichtbar. Ohne Weidetierhaltung würden viele wertvolle Landschaften verbuschen, Deiche an Stabilität verlieren und zahlreiche Tier- und Pflanzenarten ihren Lebensraum verlieren“, erklärt Jonas Scholz 1. Vorsitzender des Schafzuchtverband Berlin-Brandenburg e.V..

Mit den geplanten Beweidungstagen möchte der Verband die Leistungen der Schäfereien sichtbar machen und den direkten Austausch zwischen Bevölkerung, Landwirtschaft, Naturschutz und Politik fördern.

Übersicht der Veranstaltungen 2026

02. Juni 2026 – Übergabe des Hirtenstabs

Wann (Start): 02.06.2026

Uhrzeit: 14 Uhr

Wo: Marktplatz in Seelow

Inhalt / Ablauf: Um 14 Uhr zieht Sascha Bräuning mit seiner Schafherde aus Richtung Frankfurt (Oder )kommend zum Marktplatz in Seelow. Auf dem Marktplatz übergibt Sascha den Hirtenstab an Eik Bohnim. Auf dem Marktplatz steht eine kleine Bühne und eine kleine Schafherde. Dort beantworten Schäfer Fragen zum Theme Schafhaltung und deren Nutzen in der Märkischen Region.

Ende: 16 Uhr

Verantwortlich: Knut Kucznik

Telefonnummer: 016098953491


06. Juni 2026 – Berliner Beweidungstag

Wann (Start): 06.06.2026

Uhrzeit: 14 Uhr

Wo: Neben dem Umweltbildungszentrum im Kienbergpark an den Wuhlewiesen, Berlin/ erreichbar über den Gottfried-Funeck-Weg

Parkplatz: Parkplatz Süd Gärten der Welt

Inhalt / Ablauf: Knut Kucznik zieht mit einer Schafherde von der Eisenacher Str. kommend zum Umweltbildungszentrum. Die Schafherde kommt neben der Wuhlebrücke in eine Festkoppel. Der Hirtenstab wird an die Schäferei Jeronimus übergeben. Neben dem Umweltbildungszentrum steht eine Kleine Bühne auf der Berliner Schafhalter Einblicke in urbane Weidewirtschaft, Pflege von Grünflächen, Biodiversität und ihrer praktischen Arbeit mit ihren Herden geben. Gern beantworten wir Fragen zu unserer Arbeit in Berlin, Außerdem werden in vier Gruppen Schafrassen ausgestellt die in Berlin Biotope pflegen.

Ende: 16 Uhr

Verantwortlich: Knut Kucznik

Telefonnummer:016098953491


12. Juni 2026 – Deichtag in Elsterwerda 

Wann (Start): 12.06.2026

Uhrzeit: 13 Uhr

Wo: Würdenhain, Rödermündung – Alternativ Röder Nähe Angelteich

Inhalt / Ablauf: Die Beweidung von Deichen durch Schafe ist ein bewährter Bestandteil des Hochwasserschutzes. Durch den gleichmäßigen Verbiss und die Verdichtung des Bodens tragen Schafe maßgeblich zur Stabilität der Deichanlagen bei. Der Deichtag macht diese oftmals wenig bekannte Leistung der Schäfereien sichtbar.

Ende: 15 Uhr

Verantwortlich: Rene Jeronimus

Telefonnummer: 01738609492


16. Juni 2026 – Brandschutztag in Beelitz

Wann (Start): 16.06.2026

Uhrzeit: 15 Uhr

Wo: Parkplatz am Wald in der Brücker Str. 85A, 14547 Beelitz

Inhalt / Ablauf:
Im Fokus des Brandschutztages steht „kontrollierte Beweidung“ als präventive Landschaftspflege durch Weidetiere. Gerade in trockenen Regionen wie Brandenburg können Schafe und Ziegen durch das Offenhalten von Flächen und die Reduktion von Brennmaterial einen wichtigen Beitrag zur Verringerung von Wald- und Vegetationsbrandrisiken leisten. Zur Pflege und Offenhaltung von Waldbrandschutzstreifen kommt in Beelitz im Zuge des Forschungsprojektes PreGraze (Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg) eine „Brandherde“ erstmals als forstliches Instrument zum Einsatz. Durch kontrollierte Beweidung (engl. prescribed grazing = PreGraze) vereinigen sich präventive Landschaftspflege und Forstwirtschaft zur Reduktion von Brandrisiken.

Link: https://beelitz.de/forschungsprojekt-pregraze-in-beelitz/

Ende: 17.00h

Verantwortlich: Juliane Baumann (Projekt PreGraze)

Telefonnummer: 0160 466 81 66


18. Juni 2026 – Herdenschutztag in Felgentreu

Wann (Start):06.2026

Uhrzeit:13 Uhr

Wo: Zinnaer Straße, Felgentreu, 14947 Nuthe-Urstromtal /Koordinaten: 52°04’38.5″N 13°01’53.1″E

Parkplatz: Anfahrtshinweise: Anfahrt bis Zinnaer Str. 20, 14947 Nuthe-Urstromtal, Feldweg nach Süden folgend bis zur Schranke des Naturschutzgebietes, dann Fußweg 450 m

Inhalt / Ablauf: Um 13:00 Uhr erfolgt die Begrüßung sowie eine kurze Einführung in das Gebiet durch die Wildnisstiftung (N. N.). Anschließend gibt die Flämingschäferei F. & J. Körner eGbR ab 13:15 Uhr einen Praxis- und Betriebseinblick mit gemeinsamer Begehung der Fläche. Ab 14:00 Uhr findet bei einer kleinen Stärkung ein Austausch zu den Themen Anforderungen für effektiven Herdenschutz, Einordnung der politischen Debatte rund um den Wolf sowie Zukunft der Weidewirtschaft statt. Das Ende der Veranstaltung ist für 15:00 Uhr vorgesehen.

Ende:16 Uhr

Verantwortlich:Felix Körner

Telefonnummer:015157437014


Hirtenjahr 2026: Aufmerksamkeit für einen traditionsreichen Berufsstand

Das Hirtenjahr 2026 stellt europaweit die kulturelle, ökologische und wirtschaftliche Bedeutung der Hirten und Schäfereien in den Mittelpunkt. Die traditionelle Hütehaltung ist nicht nur ein wichtiges kulturelles Erbe, sondern auch ein moderner Bestandteil nachhaltiger Landbewirtschaftung.

Insbesondere in Zeiten des Klimawandels gewinnt die extensive Weidewirtschaft zunehmend an Bedeutung. Schäfereien fördern artenreiche Lebensräume, erhalten seltene Nutztierrassen und leisten einen aktiven Beitrag zum Umwelt- und Naturschutz. Gleichzeitig stehen viele Betriebe unter erheblichem wirtschaftlichem Druck.

Der Schafzuchtverband Berlin-Brandenburg setzt sich deshalb für bessere Rahmenbedingungen, gesellschaftliche Anerkennung und eine langfristige Sicherung der Weidetierhaltung ein.