Schafzuchtverband Berlin-Brandenburg e.V.

Wie kann sich die Klein- und Nebenerwerbs Schaf-und Ziegenhaltung gegen Wolfsübergriffe besser schützen.

Datum: Dienstag, 5. März 2013, 19:28 Uhr | Kategorie: Neuigkeiten, Schaf- und Ziegenhaltung, Wolf | Kommentar: Keine Kommentare

Für die Nebenerwerbs- und Hobbyhaltung, die überwiegend das System der Standweide, wenn auch im Jahresverlauf über mehrere Parzellen, praktizieren, ist folgende Zaunanlage geeignet Wolfsübergriffe abzuwehren.

  • Eine feste Einzäunung aus verzinktem Drahtknotengeflecht, welches ca. 30 cm in die Erde eingelassen ist und 1,20 m hoch ist.
  • Im Zaun sollten immer flatternde Elemente (Flatterband, Stofffetzen) enthalten sein.
  • Unabdingbar und zusätzliche ist eine vor gelagerte Elektrozäunung, am besten aus verzinktem Weidezaundraht.

Der Elektrozaun sollte folgendermaßen beschaffen sein:

Der untere Draht verläuft 3 bis 5 cm über dem Boden und ist ca. alle 20 m mit einem Zaunpfahl, der entweder aus verzinktem Z-Profil oder wenn aus Holz, mit einem ca. 80 cm langen Stück in den Boden reichenden verzinkten Draht, zu versehen. Dieser Zaunpfahl dient in Verbindung mit dem unteren Draht als Erdung und ist mit dem entsprechenden Erdungspol mit dem Weidezaungerät zu verbinden. In einer Höhe von 15 cm, von der Erdoberfläche an gerechnet, folgt dann die erste stromführende Litze, in weiteren 15 cm folgt dann eine zweite stromführende Litze.
Der stromführende Zusatzzaun verläuft vorgelagert ca. im Abstand von 8cm von dem eigentlichen Knotengeflechtzaun. Sinn der Sache ist, dass der Wolf, der nach bisherigen Erfahrungen in aller Regel zunächst einmal versucht, unter dem Zaun hindurchzukriechen, unbedingt schmerzhafte Erfahrungen im Zusammenhang mit Schafen/Ziegen machen muss. Macht er dies nicht, wird er nach erfolglosem Versuch unter dem Zaun hindurch zu kommen, immer versuchen diesen dann vertikal zu überwinden, so würden wir uns springende und kletternde Wölfe erziehen.

Was  leider schon passiert ist und mit der Folge, dass dann eine Schaf- und Ziegenhaltung nur noch mit erheblichem Aufwand fortzusetzen ist. Aus diesem Grunde halte ich die zusätzliche Elektrosicherung für unverzichtbar. Die Zaunspannung muss unbedingt täglich kontrolliert werden, dieses ist unverzichtbar, ebenso wie der tägliche Batteriewechsel, was  schon aus technischen Gründen zu empfehlen ist, auch wenn diese noch nicht entladen ist!

Der Torraum müsste entweder mit einer Betonplatte untergrabsicher gestaltet werden, was aber nicht unbedingt notwendig ist, wenn die Elektrozaunanlage auch den Torraum mit abdeckt.  Die Kosten solch einer Zaunanlage belaufen sich auf ca. 8,- bis 10,- € pro lfd. Meter. Die Schaf- und Ziegenhaltung mit Erwerbshintergrund kann diese Zaunanlage bis zu 100% über einen ILE- Antrag (Amt für Flurneuordnung) gefördert bekommen. Antrag als Download unter www.schafzuchtverband-berlin-brandenburg.de.

Der Schafzuchtverband hat in der Diskussion des Wolfsmanagementplanes gefordert, dass Zaunanlagen auch für die Hobbyhaltung förderfähig werden müssen. Weiterhin fordern wir, eine Änderung des Baurechtes, so dass das die Errichtung solcher Zaunanlagen zulässig wird. Alternativ oder zusätzlich(?) wäre sicherlich auch die Errichtung von wolfssicheren Weideunterständen, die ein allabendliches sicheres Aufstallen ermöglichen. Deren Zulässigkeit müsste dann ebenfalls im Baurecht und sonstigen Rechtsvorschriften für die Hobbyhaltung hinterlegt werden.

Erfolgreiche Verbandsarbeit spiegelt sich an diesem Punkt auch im neuesten Entwurf der Landesregierung zum „Gesetz zur Bereinigung des Brandenburgischen Naturschutzrechts“ wider. Dort heiß es, unter anderem, neu im §23 Die Genehmigung ist nicht erforderlich für die Errichtung und Unterhaltung ortsüblicher Weidezäune oder solcher Zäune, die zum Schutz von landwirtschaftlichen Nutztieren vor Wölfen errichtet und unterhalten werden.“

Schäfermeister Jan Greve

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